Während eines Treffens der Internet Engineering Task Force (IETF) im März
1996 wurde beschlossen, ein weltweites IPv6-Testnetz einzurichten. Ausgehend
von den Gründungsmitgliedern in Europa, Japan und U.S.A. sollten sich im
Lauf der Zeit möglichst viele Organisationen aus allen Teilen der Welt
daran anschließen. Das Testnetz soll dem effektiveren Entwickeln und Erproben
von IPv6-Implementierungen dienen und deren Interoperabilität und Funktionalität
aufzeigen helfen. Als Name dieses Testnetzes wurde in Anlehnung an das bestehende
Testnetz MBONE zur Entwicklung eines Multicast Backbones der Begriff 6bone gewählt.
6Bone in der EU:
Folgende Ziele werden mit dem 6Bone verfolgt:
-IPv6 Transport und Routing im globalen Internet zu entwickeln,
-RFC Dokumente zu erstellen, in denen Entwickler von IPv6-Technologien über
ihre
praktischen Erfahrungen mit den neuen Technologien berichten,
-Rückmeldungen zu verschiedenen IETF Aktivitäten bezüglich IPv6
zu liefern
-Mechanismen und Prozeduren zu entwickeln, die die Migration zu IPv6 vereinfachen
und
den Austausch von globalen Routinginformationen ermöglichen
Die Topologie des Testnetzes unterteilt sich in die drei Ebenen:
Backbone-Router, Durchgangsrouter und Blattrouter. Die Router
des Backbones verwenden in der Regel Routing-Protokolle wie RIPng, IDRPv6 oder
BGP4+IPv6 zum Austausch von Routinginformationen, während die Router an
den Blättern logisch zumeist über statische IPv6-in-IPv4-Tunnels an
die Backbone- oder Durchgangsrouter angeschlossen sind.
Das 6bone ist derzeit ein weltweites, inoffizielles Kooperationsprojekt, das
unter Aufsicht der "NGtrans (IPv6 Transition) Working Group" der IETF
(Internet Engineering Task Force) betrieben wird. 6bone startete seinerzeit
als Virtuelles Netzwerk und wurde über das IPv4-basierte Internet betrieben,
um IPv6 zu unterstützen. Derzeit findet eine allmähliche Migration
zu nativen Links für den IPv6 Transport statt.
Das Join-Projekt
Das Join-Projekt ist ein IPv6 Projekt der DFN-Vereins, durchgeführt seit Juli 1996 am Zentrum für Informationsverarbeitung der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Es beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Erprobung und Entwicklung des neuen Internetprotokolls Version 6 (http://www.join.uni-muenster.de).
Das JOIN Projekt verwaltet das 6bone Testpräfix und stellt eine Knowledgebase
für DFN-Mitgliedseinrichtungen (Referenzzentrum). Außerdem ist es
an internationalen Projekten (6bone, Task Force - Next Generation Networks)
beteiligt.
Das DFN IPv6-Backbone "6WIN"Der DFN-Verein baut ein deutschlandweites, natives IPv6-Netzwerk auf. Ziel ist es den Mitgliedseinrichtungen frühzeitig Konnektivität mit IPv6 zur Verfügung zu stellen.
Das 6WiN fungiert zunächst als Test-Netzwerk mit prä-produktivem Charakter. Das heißt es wird durchaus ein IPv6-Basisbetrieb gewährleistet, jedoch wird es zu bestimmten Testphasen und -zeiten zur Erprobung von neuen Protokollen und Diensten kommen. Sobald ein stabiler IPv6-Dienst möglich ist wird das 6WiN zu einem Pilotbetrieb übergehen. Die Erfahrungen die in dieser Zeit an und mit diesem Backbone gewonnen werden, sollen dem DFN und seinen Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden.